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Schluss mit Topfpflanzen. Neues Verbot in der Europäischen Union steht bevor

Ein neues Verbot in der Europäischen Union steht bevor. Der Frühlings Einkauf in Supermärkten und Gärtnereien könnte bald ganz anders aussehen. Kleine, bunte Töpfe mit Hyazinthen, Krokussen oder Narzissen könnten bald aus den Regalen verschwinden. Der Grund dafür hat nichts mit der Verfügbarkeit von Blumen oder Mode zu tun – es geht um Recht und Umweltschutz. Die Europäische Union bereitet radikale Änderungen der Vorschriften für Topfpflanzen vor, die jeden betreffen, der sie zu Hause, auf dem Balkon oder im Garten züchtet. Was bedeutet das für Gärtner und Blumenliebhaber?

Die EU verbietet Plastiktöpfe. Radikale Änderungen in den Vorschriften für Topfpflanzen

Im Rahmen des Europäischen Grünen Deals schränkt Brüssel konsequent Einwegprodukte ein. Nach dem Verbot von Plastiktüten im Jahr 2022 sind nun Produkte das nächste Ziel, die bisher harmlos schienen – Plastiktöpfe. Bislang waren größere Behälter, die zusammen mit der Pflanze verkauft oder in verschiedenen Produktionsphasen verwendet wurden, von den Vorschriften ausgenommen. Nun plant die EU, alle Plastiktöpfe als Einwegverpackungen einzustufen, die bis 2030 verschwinden sollen. Das ist eine radikale Veränderung für die Gartenbranche und normale Kunden.

Die Gartenbaubranche schlägt Alarm

Pflanzenproduzenten und -verkäufer machen keinen Hehl aus ihrer Überraschung. Hans Joachim Brinkjans, stellvertretender Direktor des Zentralverbands Gartenbau (ZVG), betont, dass die Auslegung der Europäischen Kommission zu weit gefasst ist und den Handel mit Blumen erheblich erschweren könnte. „Es ist unklar, wie wir diese Anforderungen ohne enorme Kosten und Verluste beim Transport erfüllen sollen. Das ist eine reale Gefahr für kleine und mittlere Unternehmen”, sagt Brinkjans.

Für Gärtner bedeutet dies, dass sie den gesamten Produktionsprozess vom Gewächshaus bis zum Einzelhandel überdenken müssen. Laut t-online könnten die Logistikkosten steigen und die bisherigen Plastiktöpfe sind nicht mehr die „sichere und günstige“ Option.

Welche Alternativen stehen den Verbrauchern zur Verfügung?

Das Verbot von Plastiktöpfen bedeutet nicht das endgültige Ende des Pflanzenverkaufs, aber es wird die Art und Weise verändern, wie die Pflanzen zu den Kunden nach Hause gelangen. Derzeit werden mehrere Lösungen in Betracht gezogen:

  • Kompostierbare Töpfe – hergestellt aus biologisch abbaubaren Materialien, erfordern jedoch oft spezielle Bedingungen, um sich richtig zu zersetzen.
  • Papier und Karton – umweltfreundlich, aber für den Transport feuchter Pflanzen ungeeignet.
  • Mehrwegsysteme – können die Abfallmenge reduzieren, erfordern jedoch die Rückgabe der Behälter durch die Kunden, was zusätzliche Kosten und Aufwand verursacht.
  • Terrakottatöpfe – umweltfreundlich, aber zerbrechlich und schwer, was die Transportkosten erhöht.

Jede dieser Optionen erfordert einen Kompromiss zwischen Umweltfreundlichkeit, Praktikabilität und Kosten.

Was bedeuten die Änderungen für die Kunden?

Für den durchschnittlichen Käufer kann die Änderung Folgendes bedeuten: höhere Pflanzenpreise, die Notwendigkeit, neue Arten von Töpfen zu verwenden, möglicherweise die Teilnahme an Rückgabe- oder Umtauschsystemen für Behälter.

Gleichzeitig betont die EU das Ziel der Änderungen: die Reduzierung von Plastikmüll, der in großen Mengen in die Umwelt gelangt, und die Förderung nachhaltigerer Lösungen.

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